Am Donnerstag wurde die zehnte Jahrgangsstufe der Siegmund-Loewe-Realschule verabschiedet. Über 80 – nunmehr ehemalige – Schülerinnen und Schüler haben ihre Mittlere Reife in der Tasche. Die erfolgreichen Absolventen erhielten im Kreiskulturraum aus Händen ihrer Klassenleiter, Schulleiter Steffen Rost, Jens Kodalle als Mitglied der Schulleitung, Miriam Schirmer und Joachim Feulner vom Elternbeirat sowie Landrat-Stellvertreter Bernd Liebhardt ihre Abschlusszeugnisse. 17 Entlass-Schüler erreichten einen Notendurchschnitt bis 2,0. Die neun Jahrgangsbesten mit einem Notendurchschnitt bis 1,5 wurden vom Landkreis gesondert ausgezeichnet. Die Schulbesten waren Alicia Rost aus der Klasse 10 B und Marlene Hartenstein aus der Klasse 10 C, jeweils mit dem Traum-Notendurchschnitt von 1,09.
„Zeugnisse öffnen Türen. Aber euer Charakter entscheidet, wie weit ihr durchgeht“, betonte Steffen Rost in seiner Abschiedsrede. Nicht nur die Schule habe sich während der letzten Jahre enorm verändert, auch die Welt außerhalb der Schule sei sehr unruhig geworden. Die Absolventen seien in einer Zeit großgeworden, in der Kriege näher rückten, Menschen sich über soziale Medien immer häufiger unversöhnlich gegenüberständen, wirtschaftliche Unsicherheiten viele Familien beschäftigten und der Klimawandel längst keine abstrakte Zukunftsfrage mehr sei. Zusätzlich entwickelte sich die KI zu einem vor wenigen Jahren in dieser Form kaum vorstellbaren Thema. Manchmal meine man, die Welt würde sich schneller verändern, als man selbst hinterherkomme. Den Entlass-Schülerinnen und -Schülern wünschte er daher etwas, das wichtiger sei als jede einzelne Schulnote – nämlich, sich ihren eigenen Kopf zu bewahren. „Informiert euch und hinterfragt Dinge. Glaubt nicht alles, was euch in den sozialen Netzwerken begegnet. Nicht jede laute Meinung ist richtig oder die Meinung der Mehrheit. Nicht jede Schlagzeile erzählt die ganze Wahrheit“, appellierte er. Unsere Gesellschaft brauche Menschen, die zuhören könnten, unterschiedliche Meinungen aushielten und trotzdem respektvoll miteinander umgingen.
Die jungen Leute sollten auf ihrem weiteren Lebensweg keine Angst vor Fehlern haben; lerne man dadurch oft mehr als aus Erfolgen. Entscheidend sei nicht, wie schnell diese ankämen, sondern dass sie ihren eigenen Weg fänden. Abschließend hoffte er, die Absolventen mögen sich immer gerne an die RS II zurückerinnern und dieser auch bei den Ehemaligentreffen oder Schultreffen des Öfteren einen Besuch abstatten.
„Der Realschul-Abschluss ist kein Endpunkt, sondern ein Startsignal – Ein Anfang, dem tatsächlich ein Zauber innewohnt. Der euch schützt, weil ihr wisst, was ihr könnt, und der euch hilft, zu leben, weil ihr gelernt habt, wie man sich in dieser Welt behauptet“, bekundete Landrat-Stellvertreter Bernd Liebhardt angelehnt an das berühmte Hermann Hesse-Zitat. Die Absolventen hätten allen Grund stolz zu sein. Aber auch der Landkreis, die Schule und die ganze Gemeinschaft seien stolz auf ihre erfolgreichen und engagierten jungen Leute. Für die Zukunft wünschte er ihnen gute Entscheidungen, starke Chancen und viele Momente, in denen sie diesen Zauber des Anfangs tatsächlich spürten.
„Erfolg bedeutet nicht, niemals zu scheitern, sondern nach Rückschlägen wieder aufzustehen und weiterzugehen“, verdeutlichte Elternbeirats-Vorsitzender Joachim Feulner, zugleich stolzer Vater einer Absolventin, dass der Lebensweg nicht immer nach Plan verlaufe. Genau darin liege aber oftmals die Chance, Neues zu entdecken und zu wachsen. „Geht euren eigenen Weg – auch dann, wenn er von den Erwartungen anderer abweicht“, appellierte er; brauche doch die Welt gerade jetzt junge Menschen, die mit Offenheit, Kreativität und Menschlichkeit ihren Beitrag leisteten, Verantwortung übernähmen und sich dabei Menschlichkeit und Respekt gegenüber ihren Mitmenschen bewahrten.
In sehr persönlicher Art und Weise – gespickt mit allerhand „Insider“-Anekdoten aus dem Schulleben – verabschiedeten die Klassenleiter Andreas Schüller seine „stets gut gelaunte und positiv gestimmte“ 10 A, Sandra Erhardt ihre „Chaos mit Herz“ 10 B sowie Marina Buckreus ihr „Löwenrudel“ aus der 10 C. Nicht nur ihnen fiel der Abschied schwer; auch die Absolventen fanden für ihre Lehrer viele wertschätzende Worte und bedachten sie mit liebevoll ausgesuchten Geschenken. Ein großes Anliegen war ihnen der Dank an alle, die sie auf ihrem Weg begleiteten. Mit einem Blumenstrauß dankten sie auch Marina Buckreus und Anja Haynes, die ab dem kommenden Schuljahr ihr Amt als Verbindungslehrerinnen abgeben.
Abschiednehmen hieß es auch – aufgrund des Ausscheidens ihrer Kinder aus der Schule – von den Elternbeirats-Mitgliedern Joachim Feulner, Sabrina Stöckert, Thekla Herzog und Martin Thiel. Ihnen zollte der Schulleiter großen Respekt und Anerkennung.
Eingebettet in die fröhlich-bunte Abschiedsfeier war eine Andacht, in die sich – neben den Religions-Lehrkräften – auch die Absolventen einbrachten. Passend zum Motto „Bahnsteig des Lebens“ wurden diese mit kleinen Koffer-Anhängern als Andenken an ihre Schulzeit bedacht. Ein innig-ergreifender Moment war es, als der Lehrerchor für die Schülerinnen und Schüler das Lied „Geh unter der Gnade“ anstimmten.
Die stellvertretende Schulleiterin Katrin Ruppert hatte eingangs die vielen Gäste, darunter auch zahlreichepolitische Vertreter aus dem Einzugsgebiet der Schule, im Kreiskulturraum willkommen geheißen. Für die mitreißende Umrahmung sorgten Lucas Brückner (Akkordeon), Raphael Pohl (Xylofon), Valentina Erhardt (Gesang) sowie ein cooler Überraschungs-Tanzauftritt sportlicher Jungs. (hs)
Landkreis-Ehrungen: Marlene Hartenstein, Alicia Rost (beide Schulbeste mit einem Noten-Durchschnitt von 1,09), Julia Bittruf (1,27), Anna Bauersachs (1,33), Luise Konle (1,36), Lisa Schmittdorsch, Johanna Schneider, Carlotta Ströhlein (alle 1,45), Magdalena Herzog (1,5), weitere Absolventinnen/Absolventen mit einem Notendurchschnitt bis 2,0: Martha Zwosta, Naima Holzmann (beide 1,64), Jonas Wachter (1,67), Leo Neder (1,7), Niklas Kämpfer (1,73), Jakob Fischer Petersohn (1,91), Lynn Weigelt, Lucie Stöckert (beide 2,0)










