„Bunte Abende“ im wahrsten Sinne des Wortes bescherten die Schülerinnen und Schüler der RS 2 am Mittwoch und Donnerstag ihren zahlreichen Gästen. Im Kreiskulturraum erhielten sie Riesenapplaus für ihr kunterbunt-frisches Bühnenprogramm.
Kronach- Die großen Städte von damals sind zerfallen, die Tempel und Paläste eingestürzt“ – 1973 erschien Michael Endes wortpoetischer Märchenroman „Momo“ über das in den Ruinen eines alten Amphitheaters lebende Waisenmädchen mit der besonderen Fähigkeit, gut zuhören zu können, wenn die Menschen über ihre Sorgen und Ideen erzählen. Seitdem wurde die vielschichtige und vielfach interpretierbare gesellschaftskritische Parabel über die Zeitdiebe und dem Kind, das den Menschen ihre verlorene Zeit zurückholt, höchst unterschiedlich im Film oder Theater umgesetzt. Die Schulspielgruppe der RS II unter Leitung von Thomas Hauptmann zeigte nunmehr bei den beiden Bunten Abenden der Schule ihre ganz eigene Version des dritten Buchkapitels – mit einer Botschaft, die wohl niemanden kalt lässt.
Das verzauberte Publikum wurde aber nicht nur Zeuge von lebensbedrohlichen Orkanböen, düsteren Wolken und meterhohen Wellen, sondern eines bunt gemischten Show-Programms, bei dem alles dabei war. Drei Stunden lang legten sich insgesamt 170 Schüler und Schülerinnen mit Tanz, Akrobatik, Theater, vielen kreativen Einfällen und vor allem jede Menge Musik so richtig ins Zeug, um ihre Gäste jeweils drei Stunden bestens zu unterhalten. Schulleiter Steffen Rost konnte sich dann auch in seiner Begrüßung über zwei Mal „volles Haus“ freuen, darunter auch zahlreiche Ehrengäste aus der Politik und des öffentlichen Lebens sowie viele ehemalige Schüler und Kollegen.
Unter charmanter Moderation von Annika Rebhan, Lisa Schmittdorsch und Felix Biesenecker spielten und sangen sich verschiedene Ensembles gekonnt durch eine Reihe der verschiedensten Stilrichtungen. Das Orchester, der Schulchor, die Klasse 5 b und die Musikklasse 6 b: Sie alle zeigten nahezu die ganze musikalische Bandbreite – mit erfreulicherweise auch viel volkstümlichem und heimatlichem Liedgut. Einfach schön, wenn unsere Jugend voller Begeisterung auf ihren Instrumenten den Frankenliedmarsch erklingen lässt, den Frühling mit „Komm, lieber Mai“ gesanglich herbeizaubert oder beim lange nicht mehr gehörten „Auf der Mauer, auf der Lauer“ Strophe für Strophe einen Laut entfernt. Da war echte Konzentration gefragt. Der Melodienreigen war weit gespannt. Da erklang die Vogelfänger-Arie aus Mozarts „Zauberflöte“ neben dem klangmalerischen „Morning has broken“, der „Sound auf Silence“ neben Nenas 80er-Kulthit „Irgendwie, irgendwo, irgendwann“ oder „Probier´s mal mit Gemütlichkeit“ aus dem „Dschungelbuch“ neben dem emotionalen Charthit „Tau mich auf“. Abstecher nach Fürstenfeld wurden ebenso unternommen wie nach „Bella Napoli“, wo ja bekanntermaßen alle Herzen Azzurro schlagen.
Echte Highlights waren die Solobeiträge. Mit viel Gefühl stimmte Valentina Erhardt „You don´t know“ an, Lea Köhler und Dana Backer begeisterten im schönsten Unisono mit „You belong with me“, während Elli Schmitt Adeles „Hello“ durch den Kreiskulturraum schmetterte – Gänsehautfaktor pur!
Die Finger flitzten nur so über sein Knopfakkordeon, als Lucas Brückner mit absoluter Präzision den ungarischen Nationaltanz Csárdás anstimmte. Sie haben den Rhythmus im Blut – Dass man auch mit Bechern, Kunststoffröhren oder Eimern Musik machen kann, bewiesen die Kreativklasse 6a/c, das Boomwhacker-Team sowie das Schlagzeug-Ensemble bei seiner „Drummer Challenge“. Räder, Spagat und akrobatische Luftsprünge gab es bei den atemberaubenden Aufritten der Turngruppe „Flying Artists“ sowie der beiden Solo-Tanzmariechen Betty Stumpf und Julia Beierkuhnlein zu bestaunen. Großen Applaus gab es auch für die Tanzgruppe „Limitless Motion“ sowie für die Fußballtricks von Melvin Weiß, Paul Appelius und Konstantin Graf. Eine „Big Surprise“ war der Auftritt der Lehrerschaft mit äußerst musikalischen Mülltonnen. Gesanglich huldigte das Team dem schon Generationen an Schülern trostspendenden Kühlpäckchen, bevor es mit „The Lion sleeps tonight“ tief in den Dschungel entführte.
„Und wenn die gute Laune bei dir angekommen ist, dann sag’s auch dei’m Gesicht und tanz jetzt mit“ – Diese Aufforderung ließ sich das Publikum nach einem solchen Kracher-Programm natürlich nicht zweimal sagen. So sah man beim abschließend gemeinsam angestimmten „Gute Laune“-Faschingshit auch in den Zuschauerrängen jede Menge gute Laune, oben, unten, vorne, hinten, rechts, links und überall – ausgelassen-fröhlicher Schlusspunkt zweier Abende, auf die die ganze Schulfamilie wahrlich stolz sein darf. hs













