Künstliche Intelligenz, Medienkompetenz und Prävention im Mittelpunkt
Wie verändert Künstliche Intelligenz unseren Alltag? Wem vertrauen wir, wenn wir uns mit persönlichen Fragen an eine KI wenden? Und wie können junge Menschen lernen, digitale Angebote selbstbestimmt, kritisch und verantwortungsvoll zu nutzen? Mit diesen und vielen weiteren aktuellen Fragen beschäftigten sich unsere RS2-Medienscouts beim Medienscouts- und Präventionstag an der Universität Bayreuth.
Wenn KI zur „dritten Stimme“ wird
Ein besonderer Programmpunkt war die Premiere der deutschsprachigen Adaption des Theaterstücks „The Third Voice – Die dritte Stimme“ unter der Regie von Lukas Reinsch. Das Stück ist Teil des Forschungsprojekts MoralPLai des Institute for Ethics in Artificial Intelligence der TUM School of Social Sciences and Technology. Die deutschsprachige Adaption entstand in Zusammenarbeit mit der Universität Bayreuth, der Opferhilfe Oberfranken e. V. und der Naturbühne Trebgast.
Das Theaterstück greift ein Thema auf, das für Jugendliche längst zum Alltag gehört: Künstliche Intelligenz ist überall verfügbar und wird für ganz unterschiedliche Zwecke genutzt. Sie unterstützt beim Lernen, Schreiben und Recherchieren. Gleichzeitig können KI-Systeme aber auch bei sehr persönlichen Fragen eine Rolle spielen – etwa wenn es um Selbstwert, Freundschaften und Beziehungen, Zukunftsängste oder persönliche Krisen geht.
Genau an diesem Punkt setzt „The Third Voice“ an. Das Stück macht erfahrbar, was geschehen kann, wenn neben der eigenen Meinung und der Stimme anderer Menschen plötzlich eine weitere, digitale Stimme hinzukommt.
Theater trifft Forschung und Medienbildung
Besonders interessant war die Verbindung von Theater, Forschung, Prävention und Medienbildung. Komplexe Fragen rund um KI wurden nicht nur theoretisch behandelt, sondern anhand konkreter Situationen erlebbar gemacht. Dadurch entstanden zahlreiche Anknüpfungspunkte für Gespräche und Diskussionen.
Für die RS2-Medienscouts war dies besonders wertvoll. Schließlich besteht ihre Aufgabe nicht nur darin, sich mit technischen Entwicklungen oder einzelnen Apps und Plattformen auszukennen. Medienkompetenz bedeutet ebenso, Informationen kritisch zu hinterfragen, Risiken zu erkennen, das eigene Nutzungsverhalten zu reflektieren und verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen.
Gerade bei KI wird diese Fähigkeit immer wichtiger. Eine Antwort, die überzeugend formuliert ist, muss nicht automatisch richtig sein. Und eine KI, die verständnisvoll oder menschlich wirkt, ist dennoch kein Mensch. Deshalb gehört zu einem kompetenten Umgang mit KI auch die Frage, wann digitale Unterstützung sinnvoll ist und wann das Gespräch mit Freunden, Eltern, Lehrkräften oder anderen realen Vertrauenspersonen wichtiger ist.
Unsere RS2-Scouts konnten deshalb viele Gedanken und Anregungen mit zurück an die Schule nehmen, die sicherlich auch in ihre zukünftige Medienscout-Arbeit einfließen werden.
Ein herzliches Dankeschön gilt der Opferhilfe Oberfranken e. V., der Universität Bayreuth sowie allen weiteren Beteiligten für die Organisation des Medienscouts- und Präventionstags und die Möglichkeit zu diesem besonderen Austausch. (HyA)






