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Bunte Zeitreise durch 50 Jahre Schulgeschichte

Die Siegmund-Loewe-Realschule gibt es seit 50 Jahren. Das Jubiläum wurde am Samstag mit einem Festakt mit vielen Ehrengästen sowie anschließend mit einem Schulfest gefeiert.

Zum Festakt konnte die stellvertretende Schulleiterin Katrin Ruppert eine große Anzahl an Repräsentanten des öffentlichen Lebens, der Kommunalpolitik, Freunde und Gönner der Schule, aber auch ehemalige Lehrkräfte und – mit dem „Mann der ersten Stunde“ Peter Becke sowie Uwe Schönfeld – zwei ehemalige Schulleiter begrüßen. Natürlich gab es auch – wie bei einem solchen Anlass üblich – einige Festreden, die aber allesamt sehr locker und humorvoll ausfielen.

„Die Siegmund-Loewe-Schule hat einen festen Platz in der Schullandschaft im Allgemeinen wie in der Schulstadt Kronach“, bekundete Altlandrat Dr. Heinz Köhler, der sich dieser als „Gründungsvater“ nach wie vor sehr verbunden fühlt. Die offizielle Geburtsurkunde der Staatlichen RS Kronach II – jetzt Siegmund-Loewe-Schule – war ein Schreiben des Kultusministeriums vom 6. Mai 1976. Darin wurde mitgeteilt, dass ab 1. August 1976 eine weitere Realschule in Kronach errichtet werden soll. Hintergrund war, dass die RS I – jetzt Maximilian-von-Welsch-Schule – eine nicht mehr zu verkraftende Anzahl von über 900 Schülern aufwies. Es begann im Kreis die Diskussion darüber, ob Steinbach am Wald oder Ludwigsstadt der Sitz sein sollte. In der Kreistags-Sitzung am 6. September 1971 wurde Steinbach als Sitz der zweiten Realschule beschlossen. Vor allem wegen des Fehlens einer Hauptschule entsprach Steinbach jedoch nicht den staatlichen Schulbaurichtlinien und wurde vom Kultusministerium deshalb abgelehnt. Am 11. Dezember 1972 entschied der Kreistag, die zweite Realschule im Rahmen eines Schulzentrums in Kronach zu errichten.

Am 16. September 1976 wurde der Unterricht an der RS II mit 375 Schülern aufgenommen – zu jener Zeit erste Schule des sich damals noch im Bau befindlichen Schulzentrums. Es war noch eine Baustelle; auch standen noch keine Fachräume zur Verfügung. Dass die Schule diese anfänglichen Probleme vorzüglich meisterte, sei – so Dr. Heinz Köhler – vor allem Verdienst des damals jungen Rektors Peter Becke mit seinem Team. Ihm galt daher sein ausdrücklicher Dank wie auch den nachfolgenden Rektoren Heinz Zech, – leider bereits verstorben – Dieter Brückner, Uwe Schönfeld und jetzt Steffen Rost.

„Die Realschulen sind heute eine Erfolgsstory“, würdigte der Alt-Landrat. Die Aufstockung von vier auf sechs Jahrgangsstufen machte Anfang der 2000-er Jahre einen Anbau an die RS II notwendig. Heute gibt es ca. 1100 Realschüler im Landkreis Kronach. Anfang der 2000-er Jahre hatte allein die Siegmund-Loewe-Schule sogar schon einmal über 700 Schüler gezählt. Die Realschulen seien mitursächlich für die positive wirtschaftliche Entwicklung im Landkreis; bildeten sie doch das mittlere und zum Teil auch leitende Führungspersonal für den Kronacher Raum aus. Neben dem Unterricht hätten sich zusätzliche Angebote etabliert, womit die Schule auch überregional auf die aufmerksam mache. So erreichten beispielsweise die Mädchenfußball-Teams der RS II Spitzenplätze teilweise sogar bis auf Bundesebene.

Das Jubiläum sei – bekundete Schulleiter Steffen Rost – Anlass, um in sich zu gehen, was die Schule ausmache. Dort, wo einst dunkle Backsteinmauern sowie Kreidetafeln das Bild prägten und Schreibmaschinen knarrten, finde man heute helle Flure und Räume, moderne Klassenzimmer mit Whiteboards und Tablets sowie offene Lernbereiche. Beides gehöre zur Geschichte der Schule dazu, die schon immer sehr modern und innovativ gewesen sei, sich immer wieder verändert und weiterentwickelt habe, ohne sich dabei selbst zu verlieren. Auch selbst sei man oft Lernender geblieben. Sein direkter Amtsvorgänger, Uwe Schönfeld, habe den Satz geprägt: „Wir haben vielleicht nicht das schönste Äußere; aber wir versprühen Wärme.“ Diese Botschaft besage etwas Entscheidendes – nämlich, dass die Schule von den Menschen lebe, die sie fülle: Den Schülern, die neugierig ihren Weg suchten, den Lehrkräften, die diese dabei begleiteten und ermutigten, sowie allen, die im Hintergrund für einen geregelten Schulbetrieb sorgten. Für die Zukunft habe er zwei Wünsche – zum einen eine umfassende Generalsanierung und zum anderen, dass ehemalige Schüler weiterhin sagen könnten, dass es ihnen an der Schule gefallen habe.

Zwei, die das bestätigten, waren die ehemaligen Schüler Christian Alber und Kronachs Bürgermeisterin Angela Hofmann, die mit der RS II nur positive Erinnerungen verbanden, insbesondere auch viele geschlossene Freundschaften. Christian Alber gratulierte als Geschäftsführer der Loewe Technology GmbH, die die Schule seit rund 25 Jahren stolz im Namen trägt. Gemeinsam mit der Marketing-Managerin Madeleine Mahr hatte er für die Schüler tolle Geschenke dabei, darunter einen Kicker sowie vier Bluetooth-Lautsprecher. Auch für die Lehrer gab es eine Kleinigkeit.

Christoph Kasseckert, leitender Ministerialbeauftragter der Realschulen von Oberfranken, stellte die hervorragenden außerunterrichtlichen Aktivitäten der RS II in den Vordergrund, für die er die Schule erst jüngst wieder auszeichnen durfte. Laut dem Elternbeiratsvorsitzenden Joachim Feulner sehe man gerade im Elternbeirat, wie viel Herzblut die Lehrkräfte tagtäglich in ihre Arbeite einbrächten. Diese vermittelten nicht „nur“ Wissen, sondern machten den Schülern Mut, gäben ihnen Orientierung und hätten für diese immer ein offenes Ohr – stets mit dem gleichen Ziel; die Schüler bestmöglich auf den Weg zu führen.

„Gute Bildung braucht engagierte Menschen; aber auch gute Rahmenbedingungen“, unterstrich Landrat Klaus Löffler. Nicht alles lasse sich gleichzeitig verwirklichen. Im Rahmen des Hochbauplans setze man in Landkreis klare Prioritäten. Mit dem Neubau der Berufsschule investiere man derzeit in ein zentrales Zukunftsprojekt. Gleichzeitig behalte man selbstverständlich die weitere Entwicklung der Siegmund-Loewe-Schule und des kompletten Schulzentrums fest im Blick; baue man nicht nur Gebäude, sondern gemeinsam an den Chancen unserer Kinder und Jugendlichen.

Für die stimmungsvolle Umrahmung des Festakts sorgten die Musiker Lucas Brückner und Raphael Pohl sowie die Sängerinnen Valentina Erhardt und Elli Schmitt, unterstützt von einem Bläser-Ensemble der Schule mit den Lehrkräften Elke Buckreus und Manfred Grabolle. Der offizielle Teil ging über in ein buntes Schulfest mit zahlreichen Mitmach-Stationen im Schulgebäude wie auch im Außenbereich beziehungsweise in der Sporthalle. (hs)